Showcase 19 · Blockuniversum
Nichts ist vorbei
Mira, ihre Mutter Hanne und Jonas, den sie mit 24 trifft: Ihre Lebenslinien sind hier keine Abfolge von Bildern, sondern Stränge einer einzigen Skulptur. Schieben Sie die Schnittebene durch die Form, um einen Moment zu betrachten, und zoomen Sie heraus, um das ganze Leben auf einmal zu sehen. Nichts davon ist vorbei; es liegt nur an einer anderen Stelle.
Die Live-Demo benötigt JavaScript. Die Geschichte und die Erklärung unten sind auch ohne sie lesbar.
- Schnitt
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- Kapitel
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- Szene
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- Bilder/s
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Die Geschichte in sechs Szenen
Im Garten
Mira ist sechs. Sie läuft Kreise um das Haus, Hanne steht am Zaun und ruft sie zum Essen. Ihre Linien liegen so nah beieinander, dass sie sich fast berühren.
Das Fahrrad
Mira ist elf. Hanne hält den Gepäckträger und lässt los, ohne es zu sagen. Ab hier entfernt sich Miras Linie zum ersten Mal weit vom Haus.
Am Bahnsteig
Mira ist 24. Ein verspäteter Zug, eine geteilte Bank, Jonas. Zwei Linien, die aus verschiedenen Richtungen kommen, treffen sich an einem Punkt.
Gemeinsam
Mira ist 33. Eine Wohnung, zwei Namen am Klingelschild. Miras und Jonas’ Linien umwinden einander wie ein Zopf.
Das Haus
Mira ist 52. Sie sitzt bei Hanne, im selben Haus wie im Garten damals. Kurz darauf endet Hannes Linie. Die Kindheit liegt in dieser Darstellung nicht hinter ihr, sondern nur an einer anderen Stelle der Form.
Der Sessel
Mira ist 59. Sie sitzt in Hannes altem Sessel. Im Schnitt fehlt Hanne – in der Gesamtform ist ihre Linie vollständig da.
So funktioniert es
Die Idee dahinter heißt Blockuniversum oder Eternalismus: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind gleichermaßen real, das ganze Geschehen bildet einen vierdimensionalen Block. Hier wird daraus eine dreidimensionale Form. Eine Achse ist die Zeit, die beiden anderen stehen für Orte und Nähe in der Geschichte. Jeder Mensch ist ein Strang, der dort beginnt und endet, wo sein Leben in der Geschichte beginnt und endet. Die Schnittebene zeigt, wer in einem Moment da ist; sie bewegt sich nur, wenn Sie sie bewegen. Es gibt keine Wiedergabe.
Wichtig: Die Ebene, die Sie verschieben, und der Blick von außen sind eine Darstellungsmetapher. Sie sind weder ein physikalischer Beweis für das Blockuniversum noch die Behauptung, ein Bewusstsein könne außerhalb der Zeit umherwandern. Die Relativitätstheorie kennt zwar kein universelles „Jetzt“, sagt aber nichts darüber, ob wir unser Leben erneut erleben. Ob die Zeit wirklich so beschaffen ist, bleibt eine offene philosophische Frage. Mira, Hanne und Jonas sind erfunden.
Gezeichnet wird mit Canvas 2D, ohne WebGL. Die Lebenslinien sind aus Stützpunkten mit Catmull-Rom-Kurven geglättet und als Zopf aus drei Fäden gelegt; Ringe alle zwei Jahre zeigen die Hülle der Form in den Farben der Kapitel. In jedem Bild werden alle Linienstücke perspektivisch projiziert und nach ihrer Entfernung sortiert. Die Ebene teilt sie: Was hinter ihr liegt, wird zuerst gezeichnet, dann die Ebene mit ihren Schnittpunkten, dann alles davor. Alle Farben stammen aus den Design-Tokens.